Sternmarie; ein abenteuerliches Märchen – Jenny Völker

Sternmariee


Inhalt:

Marie hält sich für eine ganz normale junge Frau, die irgendwie das alltägliche Leben bewältigen muss. Zumindest bis zu dem Moment, in dem ein Zwerg mit einem fliegenden Boot an ihr Fenster im dritten Stock klopft und sie mit auf eine abenteuerliche Reise nimmt, in eine Welt, bei der sie nie gedacht hätte, dass sie möglich sein könnte! Hexen, Zwerge, Bösewichte, Ritter und ein Prinz. Eine Welt, wie ein gefährliches und atemberaubendes Märchen…. und sie ist ein Teil davon.

Meine Meinung:

Ein großes Dankeschön die Autorin Jenny Völker, die mir das schöne Märchen hier als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt hat!

Cover:
Das Cover ist sehr schlicht gehalten. In weißer, hübscher, kurviger Schrift ist der Titel gut zu erkennen und steht im eindeutigen Fokus, während das restliche Cover einen einfachen Sternenhimmel mit drei besonders hell leuchtenden Sternen im Zentrum darstellt. Es ist jetzt nichts Besonderes, aber es passt gut zum Inhalt des Buches, ohne viel darüber zu verraten.

Schreibstil:
Der Schreibstil hat mir gut gefallen. Die Geschichte wurde in der 3. Form Singular hauptsächlich aus Maries Sicht erzählt, wobei diese ab und an auch gewechselt wurde, ohne dass es zu oft vorkam. Das Märchen lässt sich problemlos flüssig lesen, wobei der Stil weder zu schlicht noch zu hochtrabend gehalten ist. Wie einige Begriffe verwendet werden, erinnert immer wieder an klassische Märchen, was mir als Liebhaberin solcher natürlich gut gefallen hat.

Charaktere:
Allgemein kann man sagen, dass die Charaktere natürlich an klassische Märchencharaktere angelehnt sind, also bestimmte Merkmale haben, die für Figuren aus Märchen typisch sind, ohne dabei jedoch zu sehr ins Stereotyp zu verfallen. Jedoch fehlt ihnen dadurch manchmal etwas die Tiefe.
Marie ist eine klassische Märchenheldin, ein wenig unschuldig, glaubt immer an das Gute, stärker als sie aussieht und bereit, alles für die zu tun, die ihr wichtig sind. Was ich an ihr aber besonders mag ist, dass sie so offen für alles ist, was ihr unglaubliches passiert. Sie ist zwar überrascht und findet es unglaublich, aber auch total toll und betrachtet alles mit faszinierter Neugierde.
Prinz Richard ist ein klassischer Prinz. Heroisch, mutig, stur und pflichtbewusst. Dabei ist er aber auch lernwillig und sogar in einiger Hinsicht unsicher. Am Anfang scheint er ein wenig steif, aber das passt sehr gut zu den Geschehnissen. Er ist treu und niedlich, aber mein Lieblingscharakter ist ist eindeutig der Zwerg Karl.
Karl ist einfach das, was der Geschichte nochmal etwas besonderes verleiht. Der abenteuerlustige, mutige, optimistische und selbstbewusste Zwerg wird zum engen Freund und treuen Begleiter von Marie. Er hat eine wirklich tolle und witzige Art an sich, die ihn zu einem ganz besonderen Zwerg macht.

Story:
Die Story hat viele schöne Aspekte. Liebe, Freundschaft, Abenteuer, Gefahr, Magie. Alles, was man für ein gutes Märchen so braucht! Ich mochte die Geschichte. Vor allem die Grundidee mit der Magie der Sterne finde ich schön. Was Marie passiert ist interessant und auch süß. Es ist zwar ganz klar im Märchenstil gehalten, doch nicht total 0815, sondern noch etwas mehr Abenteuer und Spannung. Dadurch ist es kein Märchen für kleine Kinder, wie die meisten klassischen sondern eher für junge Mädchen und Jungen kurz vor dem Teeniealter.
Manchmal ist die Handlung etwas vorhersehbar, wobei ich das nicht als total störend empfand, aber es wäre an einigen Stellen noch deutlich spannender geworden, wenn die Handlung ein wenig überraschender wäre.

Fazit:
Alles in allem würde ich sagen, dass es ein schönes Buch für vor allem c.a. 10 bis 13-jährige ist. Es ist eine süße und auch spannende Geschichte, bei der mir jedoch ein wenig mehr Tiefe gefehlt hat. Deshalb bekommt dieses schöne Märchen von mir gute 3 von 5 Sternen und eine Empfehlung für junge Mädchen und Jungen, die abenteuerliche, süße sowie romantische Märchen mögen und gerne mit dem Kopf in den Sternen hängen.

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3/5
331 Seiten
ASIN: B07MF16MBM
Verlag: Selfpublishing
Genre: Märchen

E-Book: 3,99€

 

Das steinerne Schloss – Anna Weydt

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„Die Erde ist der Ort für all die Schöpfungen, die den Allmächtigen enttäuscht haben.
Sie ist das Sammelbecken für Sünder, Lügner, Gier, Lust.
Die Hölle und der Himmel, wie ihr sie euch in der Bibel vorstellt,
sind nur ein Versuch der Menschen, sich die Möglichkeit offen zu halten,
nach dem Tod ein besseres Leben zu haben.“


Inhalt:

Charlottes Großvater zählt zu den Leuten, die man gemein hin als „speziell“ bezeichnet. Seit sie klein war, hat der ehemalige Autor Charlie die unglaublichsten Geschichten erzählt. Von faszinierenden und unglaublichen magischen Wesen. Niemals hätte Charlie gedacht, dass diese Geschichten der Wirklichkeit entspringen, bis sie eines Tages völlig unvorbereitet in genau diese magische und unglaubliche Welt hineinstolpert, nachdem sie nach einem Besuch im Altersheim ihres Großvaters von einem schrecklichen Schattenwesen attackiert und fast umgebracht wird.
Damit beginnt für Charlie, deren größtes Problem bis dahin ihre kaltherzige Mutter und ihr nicht sehr erfolgreiches Studium waren, eine gefährliche und mystische Reise in eine fremde Welt, von der sie ein größerer Teil ist, als sie es ahnt…

Meine Meinung:

Ein großes Dankeschön an Anna Weydt, die Autorin des Buches, die mir ein Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt hat und sich außerdem viel Mühe bei der Gestaltung rund um die Social Media Aktion des Buches gemacht hat!

Cover:
Mir gefällt das Cover gut. Es hat durch diesen Blickwinkel durch ein Schlüsselloch und den eher dunkleren Farben in Kombination mit dem Gold etwas mystisches. Auch der Greif, den man in der Ferne erkennt, passt sehr gut und gibt erste Ideen bezüglich des Inhalts. Die Schriftart der Überschrift harmoniert gut mit dem Rest, wodurch ein schönes und stimmiges Cover entsteht.

Schreibstil:
Die Autorin hat einen sehr angenehmen Schreibstil. In Form eines Sie-Erzählers wird der Fortlauf der Geschichte aus Charlies Sicht dargestellt, wobei man sich recht gut in diese einfühlen kann. Man gerät beim Lesen nie ins Stocken und kann sich auch die Umgebung und das Ambiente gut vorstellen, da dieses gut beschrieben wird. Manchmal hätte ich mir fast ein paar genauere Beschreibungen gewünscht, vor allem bezogen auf einige Personen, bei denen mir die Vorstellung dann schwer fiel.

Charaktere:
Beginnen wir bei Charlotte. An ihr mag ich am meisten, dass es ihr nicht total leicht fällt, alles zu lernen, nur weil sie eine besondere Rolle spielt. Sie tut sich total schwer mit dem, was sie können soll, und kann es nicht wirklich kontrollieren. Ich mag auch ihre selbstlose Art, die eine zentrale Rolle in allem spielt sowie ihre Faszination an dieser unbekannten Welt. Was ich an ihr weniger mag ist, dass sie manchmal ZU unbedarft ist und dadurch an einigen Stellen hilflos wirkt und eher im Weg herumsteht und beobachtet, während Erik für sie kämpfen muss. Da hätte sie in der Zeit, in der sie dort war, ruhig mal ein wenig den Umgang mit einer Waffe üben können.
Bei Erik weiß ich gar nicht, ob ich ihn jetzt wirklich sympathisch finde oder eher nicht. Er war nicht wirklich durchschaubar und hat mich mit seinem Verhalten mindestens ebenso verwirrt und genervt wie Charlie, wobei er dadurch andererseits auch mysteriös wirkte und hinter dieser Fassade auch eine ganz andere Art steckte. Ich mochte es, dass Charlie ihm diesbezüglich Kontra gab und hätte mir noch mehr Biss von ihrer Seite gewünscht, das hätte er eindeutig verdient. Was ihn angeht, hab ich selbst am Ende noch offene, nicht ganz geklärte Fragen.
Meine liebste Nebenfigur war eindeutig Katrei, die Greifendame. Sie ist ein treues, anmutiges Wesen, das auch ganz ohne Worte meine Sympathie hat wecken können.

Story:
Was mich an der Story besonders überzeugt hat, ist, die allgemeine Grundidee. Die Verbindung mehrer Mythen fand ich schon immer spannend und dies war eine neue, wirklich faszinierende Umsetzung. Es ist der Autorin auch gut gelungen, diese Umsetzung zu einer spannenden und mitreißenden Story zu machen. Offene Fragen halten die Spannung aufrecht und überraschende Wendungen – vor allem eine bestimmte Sache am Ende – lassen einen mitfiebern. Leider gelang es der Autorin an einigen kleinen Stellen nicht so gut wie an anderen und es war eher etwas flach und die Spannung nicht so groß, weil sich einiges einfach zu oft wiederholt hat, wie das  immerwährende Verschwinden von Erik. Stellen wie die kleine Geschichtsrunde, die ihr Großvater initiiert hat, fand ich jedoch dafür umso schöner und hätte ich gerne öfter gesehen. Sie sind spannend auf eine emotionale, fesselnde Art, nicht auf eine actionreiche Weise. Außerdem spielte natürlich auch die Liebe eine Rolle und man spürt das sanfte Knistern dieser an den Stellen immer sehr gut. Meiner Meinung nach hätte man davon sogar noch etwas mehr einbauen können.

Fazit:
Alles in allem war dies ein Fantasy-Roman, der eine neue und spannende Story liefert und sicher das Interesse aller weckt, die Mythologie und Sagen mögen und kein Problem damit haben, wenn sich die Protagonistin zumindest in einigen Teilen im Hintergrund hält. Die Story ist nicht perfekt, aber interessant, mystisch und etwas, was ich wirklich gerne gelesen habe.

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3,5/5
323 Seiten
ASIN: B07G9JF2SN
Verlag: books2read
Genre: Fantasy

E-Book: 5,99€

 

Höhenrauschsaison – Meredith Winter

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3,5/5
210 Seiten
ISBN: 978-3981872248
Verlag: Sommerburg Verlag
Genre: Ladythriller

„Der letzte Abschnitt bis zum Basecamp hat etwas Wüstenartiges an sich.
Wie ausgestorben scheint die Landschaft
allein aus Sand und Steinen zu bestehen. Methaphorisch ist sie jedoch ein exaktes Abbild
meines Gefühlszustandes
in den letzten drei Monaten.<<„

Broschiert: 9,99€
E-Book: 4,99€


Inhalt:

Clementine ist Ärztin, doch ist ihr Arbeitsplatz keine normale Klinik. Sie ist die medizinische Begleitung einer Gruppe Bergsteiger, die es sich zur Aufgab gemacht hat, den Mount Everest zu bezwingen. Eigentlich steckt sie damit schon bis zum Hals in Arbeit, doch natürlich bleibt dies nicht ihr einziges Problem. Immer wieder passieren Unfälle und seltsame Zwischenfälle. Außerdem verdreht ihr zusätzlich auch noch der Russe Alexeij, ein Teilnehmer der Bergsteigergruppe, den Kopf. Jedoch ist er nicht der, der er vorgibt zu sein, und seine wahren Absichten können sie das Leben kosten…

Meine Meinung:

Zu allererst ein ganz großes Dankeschön dafür, dass ich dieses Buch als Rezensionsexemplar erhalten durfte und für die Geduld, da mir immer wieder etwas dazwischen kam, sei es die Uni, der Urlaub oder das Praktikum, fast wie ein Fluch! 😀

Cover:
Die abgebildete Berglandschaft passt super zum Inhalt und gibt bereits einen Vorgeschmack darauf. Das leuchtende Orange, verleiht der Berglandschaft eine schöne Atmosphäre, in die man sich gerne einfühlt. Ich mag meist am aller liebsten eher dezentere Cover, weswegen ich dieses zwar immer noch gut, aber nicht total super finde.

Schreibstil:
Wie auch bei ihren letzten zwei Büchern hat mir auch bei diesem der Schreibstil der Autorin sehr gut gefallen. Es lässt sich einfach flüssig lesen, ist detailreich geschrieben, sodass man sich die Umgebung super bildlich vorstellen kann, und ich mag einfach die Art des Schreibstils, was für Worte, Metaphern etc. verwendet werden.

Charaktere:
Ich mochte die Charaktere ganz gerne. Vor allem, weil es auch hier wieder um eine starke Frau mit einem starken Beruf ging. Clementine ist intelligent, selbstbewusst und hat kein Problem damit, ihr Leben selbst in die Hand zu nehmen. Das einzige, was mich minimal gestört hat, war, wie schnell sie immer bei Alexeij einknickt. Es stand manchmal im harten Kontrast zu ihrer selbstbewussten Art.
Auch Alexeij mochte ich. Der nach außen hin harte Typ mit dem weichen Kern. Er hat vor allem an Anfang etwas Geheimnisvolles und ist Clementine mit seiner selbstbewussten Art eindeutig ebenbürtig. Auch bei ihm kam gegenüber Clementine seine weiche Seite zum Vorschein. Ich fand es zwar super, dass sie damit als die Person gezeigt wurde, bei der er sich fallen lassen konnte, doch es war für mich manchmal ein etwas zu starker Kontrast zu seinem alltäglichen Verhalten.

Story:
Am aller aller besten an dieser Geschichte war die Handlungskulisse des ganzen und die ungewöhnliche Story. Der Mount Everest als der Ort einer tödlichen Liebesgeschichte war einfach faszinierend. Ich selbst war noch nie bergsteigen, konnte mir das ganze aber super vorstellen.
Auch die Liebesgeschichte zwischen den Beiden fand ich echt schön. Sie verlief zwar recht schnell, aber wenn man bedenkt, dass die beiden sich bereits davor kannten und sie mehrere Tage ohne Abstand auf engstem Raum verbringen, dann ist das wirklich alles andere als unrealistisch, vor allem in Verbindung mit der Gefahr.
Der Thrilleraspekt hätte etwas ausgebaut werden können. Es gab viele Ansätze, die man hätte ausbauen können und bei denen ich mich total gefreut hätte, mehr darüber zu erfahren und Stellen, an denen ich noch gespannter weitergelesen hätte, wenn sie weitergesponnen worden wären. So war es eher seicht, aber dafür war es das perfekte Buch für Zwischendurch: spannend und nicht zu lang oder total kompliziert, manchmal nur etwas überstürzt, weil es wirklich Schlag auf Schlag ging.

Fazit:
Alles in allem eine außergewöhnliche Geschichte mit einer atemberaubenden Kulisse, die perfekt für Zwischendurch ist. Vor allem im Winterurlaub in den Bergen! An einigen Stellen wäre etwas mehr Tiefe und weitere Ausführungen schön gewesen und damit einhergehend Handlungen, die weniger Schlag auf Schlag geschehen, doch alles in allem kann ich das Buch empfehlen und gebe ihm 3,5 Sterne.

Berühre mich. Nicht. – Laura Kneidl

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– Werbung –

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4,5 /5

459 Seiten
Titel: Berühre mich. Nicht.
Autorin: Laura Kneidl
Verlag: LYX
Genre: Roman, Young Adult

Broschiert: 12,90€
E-Book: 9,99€
ISBN: 978-3-7363-0527-4

– Werbung Ende –

„Meine Angstzustände glichen einer Partie russischem Roulette,
begleitet von dem Glauben, dass jeder Moment der letzte sein könnte.
Die Nerven waren zum Zerreißen gespannt.
Und immer, wenn man an der Reihe war
und den Abzug drückte, starb man innerlich,
nur um das Leben anschließend für ein paar Minuten erneut willkommen zu heißen,
wenn sich die Kugel nicht gelöst hatte
– bis man wieder am Zug war.
– S. 44/45


Inhalt:

Sage will einfach nur vergessen. Noch am Tag ihres 18. Geburtstags packt sie ihr Hab und Gut zusammen und zieht so weit von zuhause weg, wie es ihr möglich ist. In Nevada hofft sie, ein neues Leben beginnen zu können, doch auch, wenn diese Flucht eine Erleichterung ist, so kann sie ihren inneren Dämonen und den Schatten der Vergangenheit, die unheilvoll über ihr schweben, nicht entfliehen. Die lähmenden Erinnerungen holen sie immer wieder ein. Dazu kommen noch ihre Geldprobleme, denn das Studium ist teuer und sie hat kaum Geld, weshalb sie auch in ihrem alten Auto wohnt.

Nichtsdestotrotz kämpft Sage. Sie will studieren, sie will normal sein. In der Hoffnung, so zumindest einige ihrer Probleme zu lösen, bewirbt sie sich für den Job in der Uni-Bibliothek, den sie auch bekommt. Zu ihrem Leidwesen arbeitet sie nicht, wie erhofft, alleine im Lager, sondern mit Luca, der mit seiner muskulösen Statur, seinen Tattoos und den kühlen blauen Augen alles zu vertreten scheint, was ihr Inneres laut PANIK rufen lässt. Doch sie will sich nicht mehr davon beherrschen lassen! Sie muss lernen, mit Luca klar zu kommen und je mehr sie von ihm kennenlernt, desto klarer wird, dass das Äußere oft täuschen kann…

Meine Meinung:

Mir wurde dieses Buch immer wieder von Freunden empfohlen und ich bereue wirklich, dass ich nicht früher auf sie gehört habe! 😀

Cover:
Ich finde das wirklich total schön. Das blassrosa ist eine angenehme Farbe und durch die weißen Rauten auch nicht zu dominant. Die Blumen sind ebenfalls sehr schön. Viel über den Inhalt lässt sich durch dieses jedoch nicht erahnen.
Besonders gelungen finde ich hier den Titel. Der Punkt als stilistisches Mittel nach dem „mich“ ist super gewählt. Er erzählt viel über den Inhalt des Buches und dem Inneren der Protagonistin und drückt auf sehr simple Weise ihren Zwiespalt aus.

Schreibstil:
Laura Kneidl hat einen sehr guten Schreibstil. Der Roman ließ sich sehr angenehm und flüssig lesen, ohne dass man ins Stocken geriet. Auch die Emotionen kamen toll rüber. Man konnte sich wirklich gut in Sage hineinversetzen und sie und ihr verhalten verstehen und nachfühlen. Man hatte nie das Gefühl, dass zu viel beschrieben wurde oder es zu langatmig wurde, da es eigentlich immer interessant blieb.

Charaktere:
Was ich besonders toll an diesem Roman fand, war, wie ausführlich und vielschichtig die Nebencharaktere behandelt wurden. Die, von denen man mehr mitbekam, hatten ihre eigene Story und man hatte nicht das Gefühl, dass sie nur an den Protagonisten hängen und nur dafür da sind, die Hauptstory voranzutreiben. Das verlieh dem ganzen Roman mehr tiefe und Spannung. Ich hoffe sogar auf Spin-Offs!
Was die Protagonisten betrifft, so fand ich beide wirklich super. Am Anfang war es eine Herausforderung Sage Verhalten in bestimmten Situationen nachzuvollziehen, da man noch nicht weiß, worin es begründet ist, doch das ändert sich schnell. Ich mag es, dass sie so alles andere als perfekt ist. Sie erleidet Rückschläge, sie schafft nicht immer, was sie sich als Ziel setzt, doch sie macht weiter. Sie ist eine Protagonistin, die ich oft gerne einfach in den Arm genommen und ganz fest tröstend gedrückt hätte, weil ihr das Leben so schwer gemacht wird. Anderseits hatte sie trotz ihrer Probleme ihre ganz eigene Stärke, die ich bewundere. Sie ist eine wahre Kämpferin.
Bei Luca dachte ich zuerst, dass er der typische Young-Adult-Romane Bad Boy ist, doch ich muss sagen, dass ich mich da getäuscht habe. Abgesehen von seinem Frauenverschleiß, der auf seine Vergangenheit zurückzuführen ist, wegen der er keine tieferen Gefühle für eine Frau zulassen will, erfüllt er kein Bad-Boy Klischee. Er ist unglaublich geduldig und hilfsbereit Sage gegenüber, hat Hobbys, die man ihm nach dem ersten Eindruck nie zutrauen würde und versteckt hinter seiner verschlossenen Fassade einen spannenden Charakter. Ich hab mich eindeutig ein wenig in seine Art verguckt.

Story:
Die Story beschäftigt sich mit Misshandlung bzw Traumata in der Kindheit und Jugend, worüber ich in letzter Zeit öfter Romane gelesen habe, doch ich hatte trotzdem bis auf den Anfang an keiner Stelle das Gefühl, dass deshalb Langeweile aufkam, weil die Story trotzdem sehr viel Individuelles hat. Der Wechsel an dramatischen Hochs und Tiefs ist super abgestimmt, sodass es sowohl Stellen gibt, an denen man ein wenig aufatmen konnte, nur um dann noch dramatischer in das nächste Drama zu schlittern, dass einen an das Buch fesselt. Es war abwechslungsreich und meiner Meinung nach auch nichts zu dramatisch sondern genau richtig. Es ging um alltägliche Situationen, die für Sage jedoch eine Herausforderungen sind und es gibt Besonderheiten, die herausstechen. Insgesamt ist die Story voller Emotionen. Mitgefühl, Freude, Angst und Hoffnung, die sich abwechseln und die den Roman lebendig halten, mit einem fiesen Cliffhänger am Ende.

Fazit:
Mir hat das Buch wirklich sehr gut gefallen und ich habe eigentlich nichts zu bemängeln. Was genau bis zu den 5 Sternen gefehlt hat, kann ich nicht ganz genau sagen, möglicherweise war es die anfängliche Ähnlichkeit (vor allem im Klappentext) mit dem Roman „Begin Again“ von Mona Kasten, den ich direkt davor gelesen habe, weshalb mich das Buch „nur“ zu 96% und nicht zu 100% überzeugen konnte.