Für immer, Emily – Ilka Hauck

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„Glaub mir, ich weiß, dass man nach außen oft ganz anders wirkt,
als man wirklich ist und empfindet.
Ich hab schon oft gelacht, obwohl mir viel mehr nach weinen zumute war.“


Inhalt:

Emily hat eine furchtbare Vergangenheit. Was ihr angetan wurde, nagt noch Monate danach an ihr und die Schatten der Vergangenheit folgen ihr bis in ihre Träume. Durch einen Umzug in eine andere Stadt, weg von ihrer Familie, die daran zu zerbrechen scheint und sie seit dem wie Porzellan behandelt und weg von dem, was ihr angetan wurde, versucht sie wieder Herr ihrer Selbst zu werden. Doch die Schatten verfolgen sie und beeinflussen ihre Emotionen und ihr Denken, denn was ihr angetan wurde, kann man nicht so einfach vergessen.
Die neue Schule, wo sie nur ihre Cousine kennt, ist eine Herausforderung für sie, vor allem, als sie dann auch noch bereits in der ersten Stunde neben einem Jungen sitzen muss. Niclas ist kühl, unfreundlich und abweisend, was es Emily nicht gerade einfacher macht, doch irgendetwas an ihm lässt sie trotzdem nicht los. Es ist der Ausruck in seinen Augen, ein Ausdruck den sie zu kennen scheint. Dieser Ausdruck spricht von Einsamkeit und unterdrückten Ängsten.
Auch, wenn Emily sich anfangs vornimmt sich von Niclas, der durch Unfreundlichkeit glänzt, fernzuhalten, doch durch ein Projekt lernen sie sich gezwungenermaßen besser kennen und beide merken, dass da etwas ganz anderes in ihnen schlummert als die gegenseitige Abneigung. Doch wie nah kann jemand wie Emily einen Jungen, selbst wenn es Niclas ist, an sich heranlassen und wie viele Gefühle zulassen? Ist es eine Möglichkeit oder ihr Verhängnis, dass sie wieder zurück in die Vergangenheit schleudert?

Meine Meinung:

Dieses Buch ist wie die davor auch Teil der „Winter Read Challenge“ und fällt unter die Kategorie „Schneeweiß – ein weißes Buch„. Zugegeben: Es ist nicht so richtig weiß, aber das ist Schnee ja auch nicht. 😉
Dieser Roman lässt sich wohl am besten beschreiben mit den Worten „Bittersüße Romanze“, denn so oft, wie mir das Herz aufging, weil es einfach so schön war, so oft kamen mir auch die Tränen. „Für immer, Emily“ hat einen sehr schönen Schreibstil, der sich sehr leicht lesen lässt und obwohl das Buch keinen Ich-Erzähler hatte und die Perspektiven oft (auch wenn der Großteil aus Emilys Sicht geschrieben ist) übergangslos wechselten, war es nie unübersichtlich. Allgemein scheint die Autorin sehr viel Wert auf die Emotionen zu legen und das merkt man eben an der Art, wie das Buch geschrieben ist. Dieses Emotionale ist aber nicht übertrieben, denn es passt sehr gut zu Emily und ihrer traumatischen Vergangenheit, die eben auch so viele Gefühle in ihr auslöst.
Ich empfand Emily als eine wirklich sympathische Protagonistin. Ihre Ecken und Kanten sowie ihre scheue, zurückhaltende aber auch freundliche Art, ließ sie einen schnell ins Herz schließen. Niclas wirkte anfangs ziemlich unsympathisch, doch auch das änderte sich mit der Zeit, aber nicht so ruckartig, dass es unglaubwürdig gewesen wäre. Die Beziehung zwischen den beiden ist einfach wunderschön und zeigt, wie wichtig eine Schulter zum anlehnen und ein Freund sind, wenn die inneren Dämonen einen zu zerfressen scheinen.
Ich hab die Romantik im Buch unglaublich genossen, sie war nicht zu aufdringlich aber doch so tief und eben nicht nur perfekt und so traurig die nicht so rosigen Szenen auch waren, sie waren gleichzeitig etwas, was das Buch noch besser machte, denn es war eben nicht alles perfekt und schon lange nicht die sich entwickelnde Beziehung zwischen den Beiden und ob sie nun gut oder schlecht endet, ist im Verlauf den Buches immer wieder unklar.
Zwei klitzekleine Kritikpunkte gibt es jedoch. Einmal die Art, wie die Charaktere sprechen. Sie erschien mir manchmal irgendwie.. ich kann es gar nicht so genau sagen aber am ehesten passt wohl altmodisch, wobei das auch nicht ganz passt. Sie erschien mir manchmal zumindest nicht so, als würde sie in unsere Realität passen, doch ich ließ mich davon jetzt nicht groß stören und habe mich nach einer Weile auch daran gewöhnt.
Außerdem war es manchmal etwas störend, dass sich manche Situationen oder Dialoge stark ähnelten, sodass man das Gefühl hatte, es wiederholt sich manches. Dazu muss jedoch gesagt werden, dass dieses Wiederholen irgendwie zu Emilys Art gepasst hat, da ihre Vergangenheit sie in einer Endlosschleife immer wieder einzuholen scheint, weshalb manche Themen eben immer wieder aufkommen.
Wenn man eine Schwäche für tiefgehende Romantik hat, ist dieses Buch wirklich ein Muss, ich hatte manchmal richtig das Gefühl, dass ich Emilys Liebe oder auch psychischen Schmerz fast selbst spüren könnte, weshalb es wahrscheinlich witzig gewesen wäre, mir beim Lesen zuzusehen, denn ich hatte entweder ein verträumtes Lächeln, ein Grinsen oder einen gequälten bzw traurigen Ausdruck im Gesicht und das manchmal kurz aufeinanderfolgend.
„Für immer, Emily“ bekommt von mir 4 1/2 von 5 Sternen, wobei nur die Art, wie gesprochen wurde und diese Wiederholungen, bis zu den 5 Sternen gefehlt haben. Auch wenn es mich nicht übertrieben gestört hat, fiel es eben doch manchmal etwas auf.

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4 1/2 /5
498 Seiten
Verlag: CreateSpace

Kindle: 2,99€
Taschenbuch: 13.90€

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5 Gedanken zu “Für immer, Emily – Ilka Hauck

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