Du neben mir und zwischen uns die ganze Welt – Nicola Yoon

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„[…] Als ich hier angefangen habe, war ich überzeugt davon, dass es nur eine Frage der Zeit wäre, bis du Depressionen bekommen würdest.
Und dann war da dieser Sommer, in dem es fast dazu kam, doch es ist nie passiert.
Du stehst jeden Tag auf und lernst etwas Neues.
Du findest jeden Tag etwas, über das du dich freuen kannst.
Du lächelst mich jeden Tag an.“
– Carla


Inhalt:

Madeline hat einen seltenen und unheilbaren Immundeffekt, der es ihr unmöglich macht, jemals ihr speziell dafür umgebautes Haus zu verlassen, zu dem nur ihre Mutter und ihre Krankenschwester Carla regelmäßigen Zutritt haben. Sie lebt abgeschottet von der Welt. Jeder Tag ist wie der nächste oder auch wie der vorige, es macht keinen Unterschied, denn sie ist gefangen in den sterilen, weißen 4 Wänden ihres Hauses. Doch sie kommt damit klar, sie hat sogar Tag für Tag ein lächeln auf dem Gesicht! Sie genießt die Zeit mit ihrer Mutter, die Krankenschwester Carla ist ihre beste Freundin und sie verschlingt ein Buch nach dem anderen, so erlebt sie die größten Abenteuer. Sie lebt.
Zumindest denkst sie das, bis in das Haus nebenan eine neue Familie einzieht und mit ihr der älteste Sohn Olly. Olly ist so interessant, faszinierend, energisch, aber auch düster! Sie verbringt mehrere Stunden damit den immer in schwarz gekleideten Jungen durchs Fenster zu beobachten, dem das Mädchen am Fenster natürlich nicht entgangen ist. Nachdem sie anfangen miteinander zu chatten, entwickelt sich zwischen ihnen ein Band und Madeline merkt: Sie hat nie wirklich gelebt. Doch das will sie ändern und riskiert dafür alles…

Meine Meinung:

Auch dieses Buch hab ich bei Isa gelesen, da ich es unbedingt lese müsste und es auch ganz schnell ginge. Naja, da hatte sie recht, ich hatte es in zwei Abenden durch. 😀

Zuerst einmal ist da das Cover, in dem viel mehr steckt, als anfangs angenommen. Der Titel lautet „Du neben mir und zwischen uns die ganze Welt“, doch im Fokus und ganz groß steht lediglich das „Du neben mir“, sodass man den restlichen Teil des Satzes fast übersieht. Das zeigt einfach schon so viel, finde ich! Dass dieses „Wir“ zwischen Madeline und Olly so wichtig ist, dass diese Welt zwischen ihnen gar keine Rolle mehr zu spielen scheint, denn das wirkt plötzlich nur noch klein und Nebensächlich neben dem „Wir“.
Wenn man dann das Chaos genauer ansieht, entdeckt man viele Kleinigkeiten, die völlig unterschiedlich sind, eins jedoch gemeinsam haben: Sie heben sich von dem einfachen Weiß des Hintergrundes ab und es sind alles Sachen, die Madeline durch ihre Krankheit eigentlich niemals machen könnte, nach denen sie sich aber so sehnt! Ein Flugzeug, Blumen, das Meer, der Sonnenuntergang und noch so einiges mehr findet man darin.
Aber kommen wir zum Inneren des Buches, wenn auch noch nicht zum direkten Inhalt. Die Art, wie das Buch geschrieben ist, ist auf jeden Fall anders. Es ist wie ein Tagebuch, dementsprechend ist auch alles in der Ich-Form geschrieben. Einige Kapitel sind gerade mal eine halbe Seite lang oder bestehen einfach aus einem Bild und das passt einfach so gut zum Inhalt! (Es ist auch der Grund, wieso man das Buch so schnell fertig hat, neben der Tatsache, dass man es gar nicht weglegen mag) Es wirkt so authentisch und lässt einen sehr gut in Madelines Welt eintauchen, ich könnte mir das Buch gar nicht in normalen Kapiteln vorstellen, es wäre wahrscheinlich weniger emotional.
Womit wir auch schon beim Inhalt sind. Madeline empfinde ich als faszinierenden Charakter. Obwohl ihr Leben so derart eingeschränkt ist, hat sie den Mut nie verloren, auch wenn ihr die Welt draußen nicht egal ist, im Gegenteil! Sie ist so neugierig und das ist wohl ein Grund dafür, dass sie so viel liest, daraus hat sie neben dem Internet ihr Hauptwissen über die Außenwelt und über den Umgang mit anderen Menschen. Ihre Entwicklung innerhalb des Buches finde ich toll und man kann miterleben, wie sie an den Ereignissen wächst.
Olly ist alleine schon mit seinem Kleidungsstil ein totales Kontraprogramm zu Madeline. Sie besitzt nur weiße Kleidung, er trägt immer schwarz. Sie sitzt zuhause fest, er springt Wände hoch und scheint gerne Risiken einzugehen. Ich mag ihn fast sofort und ich mag noch mehr, wie er sich auf Madeline auswirkt und sie erblühen lässt. Er ist nicht perfekt und trotz des düsteren Auftretens kein Bad Boy, wie in den meisten Geschichten.
Die plötzliche Wende im Buch war erwartet unerwartet, wobei ich nicht finde, dass sie total offensichtlich war. Es hat alles in ein anderes Licht gerückt und die Geschichte verändert, mehr sage ich aber nicht :D. Das Ende war nicht ganz so, wie ich es mir gewünscht hätte und eigentlich mein einziger Kritikpunkt an dem Buch. Deshalb hat das Nachdenken, ob es nun alle Sterne gibt oder nicht ziemlich lange gedauert. Da das Buch aber so zum Nachdenken anregt und auch sonst alles stimmt, kann ich einfach nur 5 Sterne geben.

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5 /5
336 Seiten
Verlag: Dressler Verlag

Gebundene Ausgabe: 16,99€
Kindle: 13,99€

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5 Gedanken zu “Du neben mir und zwischen uns die ganze Welt – Nicola Yoon

  1. Obwohl ich sehr selten solche Bücher lese, fand auch ich es wirklich toll 🙂 Mir war irgendwie schnell klar, wie es enden wird, aber das hatte mich nicht gestört. Die Nachricht des Buches fand ich einfach toll und natürlich besonders die Gestaltung

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