Dark Love 1: Dich darf ich nicht lieben – Estelle Maskame

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“ Also scheißt drauf, was andere über euch oder eure Entscheidungen sagen.
Wenn ihr schwul seid, verdammt, dann nehmt es an und genießt es.
Wenn ihr ein Farbgeschäft aufmachen wollt,
dann macht verdammt nochmal euer Farbgeschäft auf.
Unterdrückt nicht euer wahres Ich.
Nehmt euch nicht zurück.“


Inhalt:

Eden ist 16 und lebt mit ihrer Mutter in Portland. Ihr Vater hat sie vor einiger Zeit verlassen, weshalb sie für diesen nichts mehr außer Abneigung übrig hat. Deshalb will sie zuerst eigentlich auch absagen, als dieser sie plötzlich, nach Jahren des nicht Meldens über den Sommer zu sich und seiner neuen Familie nach Santa Monica einlädt. Sie will eigentlich gar nichts mehr mit ihm zu tun haben, doch die Aussicht auf einen Sommer in Los Angeles am Strand und bei tollem Wetter lässt sie trotzdem überlegen. Ausschlaggebend sind dann jedoch komplizierte Verhältnisse mit ehemaligen Freunden bei Eden zuhause, die sie den Sommer dann sogar lieber bei ihrem Vater als zuhause verbringen lassen. Dort lernt sie ihre 3 neuen Stiefbrüder kennen, einer davon der 17-jährige Taylor. Taylor, mit den smaragdgrünen Augen, dem guten Aussehen und dem größten Arschlochverhalten, das Eden je gesehen hat. Er stößt jeden von sich, feiert exzessiv und gibt auf jeden einen Scheiß, außer auf seine Bedürfnisse, weshalb auch Alkohol und Drogen keinen wundern. Eden jedoch sieht nach einer Weile, dass mehr hinter dem Arschloch Tyler steckt, als die meisten sehen und das er irgendetwas vor der Welt versteckt, was sie unbedingt ergründen möchte. Dadurch kommen die beiden Stiefgeschwister sich immer näher, jedoch nicht auf die Art und Weise, wie es für ‚Bruder‘ und ‚Schwester‘ angebracht wäre…

Meine Meinung:

Dieses Buch hat mir meine 15-jährige Schwester die ganze Zeit empfohlen, ließ mich jedoch im Zwiespalt zurück und das hat mehrere Gründe. Aber fangen wir vorne an.

Das Cover fand ich wirklich schön, es ist eher schlicht, durch die Streifen mit den Bildern, doch sehr ansprechend, auch wenn ich eher nicht zu den Personen gehöre, die Personen auf den Covern mögen, unter anderem dadurch, dass sie oft nicht meiner Vorstellung entsprechen. Der Typ auf dem Cover hat beispielsweise die falsche Augenfarbe! Tylers Augen sind schließlich  grün! Aber das Cover ist eigentlich oft nichts, was groß in meine Bewertung mit einfließt und letztendlich ist es ja auch kein so großes Ding, ich kann damit leben. 😀
Kommen wir zum Schreibstil. Diesen fand ich wirklich gut, man merkt an dieser Stelle der Autorin das Alter, mit dem sie das Buch begonnen hat – 13 Jahre – gar nicht an (auch wenn das bei einem übersetzten Buch eher schwieriger festzustellen ist) und es ließt sich sehr schnell und flüssig, ohne dass man ins Stocken kommt oder Verständnisprobleme aufkommen. Dass das Buch in der Form des Ich-Erzählers geschrieben ist, ist für mich persönlich natürlich ein weiterer Vorteil, da das meine Lieblingsperspektive ist.
WO man der Autorin jedoch das Alter sehr wohl angemerkt hat, waren die Persönlichkeiten einiger Charaktere, vorne mit dabei die der Protagonistin Eden. Ich denke, wie die Meinung hier ausfällt, hängt wohl auch vom Alter des Lesers ab, da meine  15-jährige Schwester das Buch einfach toll fand und auch mit der Persönlichkeit ein deutlich geringeres Problem gehabt hatte, als ich mit 18. Ich fand Eden war einfach viel zu kindisch. Sie hat viel zu oft viel zu widersprüchlich gehandelt und schien selbst nicht genau zu wissen WAS sie eigentlich will. Alles schien irgendwie doof, aber sie macht trotzdem mit und es scheint ihr doch nicht so sehr zu missfallen, was will sie nun? Dieses unreife Verhalten hat dafür gesorgt, dass ich mich nur schwer mit Eden anfreunden konnte und auch eher im 2. Buch als im 1.
Was mich am aller, aller meisten gestört hat, waren die Nebencharaktere. Das hat den Grund, dass ich sie einfach alle viel zu oberflächlich fand, bis auf eine Ausnahme. Sie waren das Klischee der 16-jährigen LA Mädels: Shoppen, Feiern, Sex und mich nervt sowas. Was ich nicht verstanden habe war, dass Eden das eigentlich auch nervt, zumindest sagte sie das immer, doch die Clique wurde trotzdem zu ihrem neuen Freundeskreis in LA und sie kam trotzdem zu jeder Party mit, obwohl sie Partys doch so hasst. Natürlich sind Freunde manchmal so unterschiedlich wie Tag und Nacht, doch hier war es eher so, dass sie plötzlich dabei war, obwohl sie alle anders waren und sie das eigentlich gar nicht leiden konnte. Hinzu kam die hierarchische Ordnung in der Clique, an deren Spitze Tiffany stand, über die zwar alle irgendwie gelästert haben, auf die aber trotzdem alle hörten: Eh, Ok? Vielleicht bin ich auch einfach zu wenig Zicke oder ‚In‘ um das zu verstehen. 😀
Komme wir zu dem Nebencharakter, der mir gefallen hat: Dean, Tylers besten Freund. Ihn empfand ich mit Abstand am nettesten und authentischen in Edens neuem Freundeskreis, einfach, weil er nicht so übertrieben schien. Er war nett, hilfsbereit, charmant und da wenn man ihn braucht ohne dabei den typischen Party-Typ raushängen zu lassen, auch wenn er gleichzeitig auch sehr gerne auf Partys ging, feierte und trank.
Was ich außerdem gut fand, war, dass die Story eine gewisse Tiefe hatte, die sich jedoch hauptsächlich auf Tyler bezog. Denn dass das Arschloch eine alles andere als schöne Vergangenheit hat, wird uns und Eden ziemlich schnell klar, da er immer wieder von Ablenkung spricht. Letztendlich war es das, was dafür gesorgt hat, dass Tyler mir dann doch sympathischer wurde, denn am Anfang fand ich ihn zum Kotzen, doch das ist ja der Sinn eines Bad Boys mit weichem Kern, deshalb ist dies auch kein Kritikpunkt. Diese Tiefe verleiht der Story nochmal mehr Spannung und erzeugt eine tiefe Verbindung zwischen Eden und Tyler, die ich sehr schön fand. Allgemein waren mir die beiden am sympathischsten, wenn sie zusammen waren, Tyler schien weniger Arschloch, Eden schien etwas reifer.
Alles in allem gebe ich dem 1. Teil der Reihe 3 von 5 Sternen (gerade noch so), da mich die Story an sich dann doch noch überzeugt hat, denn der Spannungsaufbau war nicht schlecht und es war gut geschrieben. Außerdem habe ich mir vom 2. Teil etwas mehr versprochen und wurde nicht enttäuscht, da die Autorin da deutlich reifer war, was man ihren Charakteren anmerkt, doch die Rezension zu Band 2 kommt noch!

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3/5
445 Seiten
Verlag: Heyne Verlag
Broschiert: 9,99€
Kindle: 8,99€

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5 Gedanken zu “Dark Love 1: Dich darf ich nicht lieben – Estelle Maskame

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