Halbschatten – Uwe Timm

2016-06-11-16-30-12
„Der Flug ist das Leben wert“


Inhalt:

Marga von Etzdorf. Eine leidenschaftliche und bekannte Fliegerin, die ihre Zeit am liebsten in der Luft verbringt. Als erste Frau möchte sie alleine nach Japan fliegen und begegnet dort Christian von Dahlem. Einem ehemaligen Kriegsflieger, der nun als Konsul in Japan unterwegs ist. Die beiden verbringen eine Nacht zusammen, in der sie sich einfach nur unterhalten. Einige Zeit später im Jahre 1933 erleidet sie einen Absturz in der syrischen Stadt Aleppo und erschießt sich dort in einem Hotelzimmer. Sie lässt damit nur eine Frage zurück: „Warum?“
Dieser Frage versucht der Ich-Erzähler auf den Grund zu gehen, als er sich auf den Berliner Invalidenfriedhof begibt, auf dem sie begraben wurde. Dort erzählen ihm die Schatten der Vergangenheit, die Geister der Ruhenden, ihre Geschichten. Sie alle sind miteinander verbunden und verbinden ihre Erzählungen zu einer einzigen großen Geschichte.

Meine Meinung:

Dieses Buch war nicht nur eine Lektüre für den Deutsch LK, sondern auch das Buch für die Kategorie „Lies ein Buch von einem Autor, den du noch nicht kennst“ der Buchmesseblues-Challenge. Weil es eine Schullektüre ist, wird es von mir aber nicht wie sonst alle Bücher bewertet, sondern bekommt einfach ein kleines Meinungsfeedback.

Das Erfreuliche an dem Buch war für mich, endlich ein Buch im Deutschunterricht zu lesen, dass nicht vor mindestens 50, wenn nicht über 100 Jahren geschrieben wurde. Denn so gerne ich Faust dann doch gelesen habe, ein Buch in moderner Sprache ist auch mal wieder was schönes. Spannend waren vor allem die Stimmen. Jede erzählt einen Teil von ihrer Geschichte, auch Marga, und obwohl es anfangs nur ein großes Durcheinander zu sein scheint, so merkt man nach und nach, dass es alles irgendwie zusammenhängt. Des öfteren ist nicht mal ganz klar, wen nun spricht, doch in diesem Buch ist das kein Kritikpunkt sondern ein gut angewendetes Stilmittel, das uns in die Situation des Ich-Erzählers hineinversetzt. Das macht diese Geschichte auf jeden Fall ziemlich individuell.
Ich denke das Buch ist besonders interessant, wenn man großes Interesse an Geschichte hat, denn es greift als auf die Realität basierender Roman viele geschichtlich wahre Aspekte auf. Da ich lediglich ein durchschnittliches Interesse an Geschichte habe, war das Buch für mich somit nicht unbedingt immer spannend, aber als langweilig würde ich es auf jeden Fall nicht bezeichnen. Es ist interessant Margas besonderes Leben zu verfolgen, vor allem mit dem Gedanken, dass es sie wirklich gab. Denn sie ist eine Frau, Anfang des 20. Jahrhunderts, die ihren Traum lebt, ganz egal was andere dazu sagen. Sie ist was das angeht wirklich als Vorbild anzusehen, denn wenn Frauen damals eines nicht bekommen haben, wenn sie Dinge taten, die ‚Männersache‘ waren, dann war es Zuspruch. Natürlich gab es diesen auch, aber es gab auch viele, die sowas nicht gerne sahen, doch das hat sie nicht interessiert.
Ob man am Ende des Buches erfährt, wieso sie sich erschießt, verrate ich nicht, dafür muss man das Buch dann wohl selbst lesen.

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2 Gedanken zu “Halbschatten – Uwe Timm

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