Es duftet nach Sommer – Huntley Fitzpatrick

Natur„Mädchen reden zu viel“,
beklagte sich Peter auf dem Bildschirm.

„Findest du, Peter?
Vielleicht, weil Jungs nie was erklären“,
erwiderte ich.“
Wir müssen also reden,
weil die Jungs voll damit beschäftigt sind,
sich aufzuführen wie Idioten,
die uns mit Schweigen strafen.“


Inhalt:

Gwens Leben ist nicht leicht. Sie gehört zu den „Inselmenschen“ des Ortes. Die, die von den Touristen abhängig sind und sich den Sommer über mit mehreren miesen Jobs rumschlagen müssen, um im Winter genug Geld zu haben. So hat das Leben von Gwens Eltern immer ausgesehen und so läuft bisher auch ihr Leben ab, weshalb sie besseres anstrebt. Doch bis dahin – bis zum Schulabschluss – der es ihr ermöglicht zu fliehen, muss sie es überleben.
Nach einem Frühling voller Fehler hofft sie auf einen ruhigen Sommer ohne Überraschungen. Und vor allem: Ohne Cassidy Somers. Die erste große Liebe. Und der größte Fehler, den sie wohl jemals gemacht hat. Einfach arbeiten, so wie jeden Sommer und nicht an ihn denken. Cas. Einer der reichen Jungs vom Festland, die sicher niemals auf die Idee kommen würden, auf der Insel zu arbeiten. Zumindest ist Gwen davon überzeugt, bis sie den neuen Gartenboy der Insel sieht: ausgerechnet Cassidy. Die letzte Person, die sie sehen will wird zu der Person, der sie einfach jeden Tag begegnet und die Erinnerungen an vergangene Zeiten wachruft. Und an vergangene Gefühle.
Während Gwen sich Gedanken über das Leben, die Zukunft und darüber, was wirklich wichtig ist, macht, geht auch er ihr immer weniger aus dem Kopf, denn die Anziehung zwischen ihnen besteht eindeutig immer noch und Gwen ist sich sicher, dass sie dieser auf jeden Fall entfliehen muss. Doch je öfter sie auf Cassidy trifft desto mehr gerät dieser Entschluss ins Schwanken…

Meine Meinung:

Das Cover:Es duftet nach sommer
Sommerlich, sonnig und eher schlicht. Mir gefällt das Cover, da es sofort „Sommer!“ ruft. Grüne Zweige, strahlend blauer Himmel, der im Mittelpunkt steht und darunter zwei träumende Teenager.
Mein einziger Kritikpunkt ist, dass die Story am Meer spielt, weshalb ich eine Strand als Location für das Cover passender gefunden hätte als eine Wiese, denn das Wasser spielt eine durchaus wichtige Rolle im Roman.

Schreibstil:
Der Sommerroman ist im Präsens und in der Ich-Perspektive geschrieben. Ich persönlich finde, dass dies die beste Zeitform für eine Sommerlektüre ist, da der Inhalt präsenter scheint und man sich, auf der Terrasse oder im Urlaub am Strand sitzend und in die Ferne schauend, genau vorstellen kann, wie sich das Ganze gerade in diesem Augenblick irgendwo abspielt. Auch sonst ist der Schreibstil angenehm zu lesen. Die Emotionen werden sehr gut vermittelt sodass man gut mit Gwen mitfiebern kann.
Etwas kompliziert fand ich beim Lesen sich manchmal häufende Seefahrer-Begriffe, die nicht immer erklärt werden, sodass man damit als Person, die vielleicht einmal in 2 Jahren am Meer ist, nicht immer etwas anfangen kann 😀

Story:
Die Story fand ich einfach toll. Ebenso wie der erste Roman, den ich von der Autorin gelesen habe, behandelt auch dieses Buch viele verschiedene Themen, ohne dabei überladen zu wirken. Im Zentrum steht auch wieder der Sommer und die Liebe. Es ist romantisch und gleichzeitig nicht klischeehaft, übertrieben oder kitschig, sondern lebensnahe. Nichts und niemand ist perfekt und alles ist voller Probleme, die jedoch nicht aufgepusht oder lächerlich wirken, sondern realistisch.
Neben der Liebe spielt auch einfach das Leben an sich und die Familie eine große Rolle. Das Erwachsenwerden und das Aufwachsen in einer Gesellschaft, aus der man ausreißen und sich befreien möchte, ist Teil der Geschichte und fesselt nicht durch atemberaubende, riesengroße Abenteuer sondern durch Emotionen.
Etwas, was die Spannung im Buch außerdem aufrecht erhält, ist, dass sehr lange offen bleibt, was genau eigentlich Gwens Problem mit Cassidy ist. Gwens Vergangenheit im allgemeinen, beziehungsweise der furchtbare Frühling, den sie hatte, wird erst langsam nach und nach durch gut eingebaute Rückblenden offenbart. Das macht natürlich ungeduldig, doch es erzeugt auch Neugierde.
Ein wenig negativ ist, dass ich an manchen Stellen das Gefühl hatte, dass es sich zieht. Da hatte ich gerne mehr Schwung gehabt, doch irgendwie hat das Buch dadurch auch oft eine gewisse Ruhe vermittelt, die ich mit dem Blick aufs Meer verbinde, deshalb kann ich auch nicht wirklich sagen, ob ich das wirklich zwangsläufig anders haben wollen würde.

Charaktere:
Ich finde die Charaktere aus einem ganz bestimmten Grund gut: Sie sind nicht klischeehaft und sie sind realistisch.
Fangen wir bei Gwen an. Sie ist 1,80m groß. Ich als ebenso große Person bin immer begeistert eine großgewachsene Protagonistin zu haben, denn das lese ich einfach viel, viel zu selten! Sie sind höchstens irgendetwas um die 1,70m und in den meisten Fällen süße 1,64m oder so. Hinzu kommt, dass sie keine unerfahrene stille Maus ist. Sie kann sehr gut austeilen, was oft zu humorvollen Konversationen führt und sie hat Erfahrung. Sie hatte schon Beziehungen, ihr wurde schon das Herz gebrochen, sie ist nicht völlig atemlos dem totaaal erfahrenen Kerl ausgeliefert, der sie total umhaut. Sie hat etwas Erwachsenes durch die Verantwortung, die sie trägt und doch ist sie immer noch ein Kind, eine Jugendliche mit Träumen und mit Dingen, die sie nicht weiß und noch lernen muss. Ich finde, sie ist ein realistischer Charakter, mit dem man sich gut assoziieren kann, auch wenn sie eindeutig nicht perfekt ist, doch das macht für mich immer den Charme der Charaktere aus. Sie macht im Roman oft Dinge, die mich denken lassen. „Neiin, wieso machst du es so kompliziert!“ und doch kann man es irgendwie nachvollziehen.
Cassidy Somers – mich hat der Name beim Lesen des Klappentextes zuerst total irritiert, ich verbinde Cassidy mit einer weiblichen Person 😀 – scheint wie der typische reiche Typ, doch er ist so viel mehr und es ist spannend, mit jeder Seite mehr und mehr darüber zu erfahren, was hinter dem charmanten Lächeln des reichen Jungen steckt. Er zeigt, dass Personen nicht das sind, was sie auf den ersten Blick zu sein scheinen. Mehr möchte ich gar nicht sagen. ^^
Die Nebencharaktere sind mir nicht alle sympathisch und doch finde ich sie deshalb gut. Sie sind vielschichtig und sehr unterschiedlich. Der reiche Playboy kann auch nett und reuevoll sein, die beste Freundin ist nicht immer perfekt und hat durchaus Geheimnisse, der zurückgebliebene kleine Bruder kann mehr als man ihm zutraut und manchmal kann auch eine alte exzentrische Dame eine sehr gute Beraterin sein.

Fazit:
Das Buch ist wirklich schön geschrieben und perfekt für den Sommer oder für den Winter, wenn man die Sommergefühle wieder erwecken möchte. 😀 Es ist emotional und realitätsnahe ohne ZU nah an der Realität zu sein, was ich oft nicht soo mag, da lesen doch irgendwie das Entfliehen aus der Realität darstellt. Es war romantisch an den richtigen Stellen, aber hat sich an manchen Stellen ein wenig gezogen. Auch wenn ich es schön fand, so hat es mich doch nicht umgehauen, weshalb es von mir „nur“ 4 von 5 Sternen bekommt. „Mein Sommer nebenan“ fand ich in dem Falle noch schöner!

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4 /5
474 Seiten
Verlag: cbj

Gebundene Ausgabe: 16,99€
Taschenbuch: 9,99€
Kindle: 8,99€

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