Das steinerne Schloss – Anna Weydt

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„Die Erde ist der Ort für all die Schöpfungen, die den Allmächtigen enttäuscht haben.
Sie ist das Sammelbecken für Sünder, Lügner, Gier, Lust.
Die Hölle und der Himmel, wie ihr sie euch in der Bibel vorstellt,
sind nur ein Versuch der Menschen, sich die Möglichkeit offen zu halten,
nach dem Tod ein besseres Leben zu haben.“


Inhalt:

Charlottes Großvater zählt zu den Leuten, die man gemein hin als „speziell“ bezeichnet. Seit sie klein war, hat der ehemalige Autor Charlie die unglaublichsten Geschichten erzählt. Von faszinierenden und unglaublichen magischen Wesen. Niemals hätte Charlie gedacht, dass diese Geschichten der Wirklichkeit entspringen, bis sie eines Tages völlig unvorbereitet in genau diese magische und unglaubliche Welt hineinstolpert, nachdem sie nach einem Besuch im Altersheim ihres Großvaters von einem schrecklichen Schattenwesen attackiert und fast umgebracht wird.
Damit beginnt für Charlie, deren größtes Problem bis dahin ihre kaltherzige Mutter und ihr nicht sehr erfolgreiches Studium waren, eine gefährliche und mystische Reise in eine fremde Welt, von der sie ein größerer Teil ist, als sie es ahnt…

Meine Meinung:

Ein großes Dankeschön an Anna Weydt, die Autorin des Buches, die mir ein Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt hat und sich außerdem viel Mühe bei der Gestaltung rund um die Social Media Aktion des Buches gemacht hat!

Cover:
Mir gefällt das Cover gut. Es hat durch diesen Blickwinkel durch ein Schlüsselloch und den eher dunkleren Farben in Kombination mit dem Gold etwas mystisches. Auch der Greif, den man in der Ferne erkennt, passt sehr gut und gibt erste Ideen bezüglich des Inhalts. Die Schriftart der Überschrift harmoniert gut mit dem Rest, wodurch ein schönes und stimmiges Cover entsteht.

Schreibstil:
Die Autorin hat einen sehr angenehmen Schreibstil. In Form eines Sie-Erzählers wird der Fortlauf der Geschichte aus Charlies Sicht dargestellt, wobei man sich recht gut in diese einfühlen kann. Man gerät beim Lesen nie ins Stocken und kann sich auch die Umgebung und das Ambiente gut vorstellen, da dieses gut beschrieben wird. Manchmal hätte ich mir fast ein paar genauere Beschreibungen gewünscht, vor allem bezogen auf einige Personen, bei denen mir die Vorstellung dann schwer fiel.

Charaktere:
Beginnen wir bei Charlotte. An ihr mag ich am meisten, dass es ihr nicht total leicht fällt, alles zu lernen, nur weil sie eine besondere Rolle spielt. Sie tut sich total schwer mit dem, was sie können soll, und kann es nicht wirklich kontrollieren. Ich mag auch ihre selbstlose Art, die eine zentrale Rolle in allem spielt sowie ihre Faszination an dieser unbekannten Welt. Was ich an ihr weniger mag ist, dass sie manchmal ZU unbedarft ist und dadurch an einigen Stellen hilflos wirkt und eher im Weg herumsteht und beobachtet, während Erik für sie kämpfen muss. Da hätte sie in der Zeit, in der sie dort war, ruhig mal ein wenig den Umgang mit einer Waffe üben können.
Bei Erik weiß ich gar nicht, ob ich ihn jetzt wirklich sympathisch finde oder eher nicht. Er war nicht wirklich durchschaubar und hat mich mit seinem Verhalten mindestens ebenso verwirrt und genervt wie Charlie, wobei er dadurch andererseits auch mysteriös wirkte und hinter dieser Fassade auch eine ganz andere Art steckte. Ich mochte es, dass Charlie ihm diesbezüglich Kontra gab und hätte mir noch mehr Biss von ihrer Seite gewünscht, das hätte er eindeutig verdient. Was ihn angeht, hab ich selbst am Ende noch offene, nicht ganz geklärte Fragen.
Meine liebste Nebenfigur war eindeutig Katrei, die Greifendame. Sie ist ein treues, anmutiges Wesen, das auch ganz ohne Worte meine Sympathie hat wecken können.

Story:
Was mich an der Story besonders überzeugt hat, ist, die allgemeine Grundidee. Die Verbindung mehrer Mythen fand ich schon immer spannend und dies war eine neue, wirklich faszinierende Umsetzung. Es ist der Autorin auch gut gelungen, diese Umsetzung zu einer spannenden und mitreißenden Story zu machen. Offene Fragen halten die Spannung aufrecht und überraschende Wendungen – vor allem eine bestimmte Sache am Ende – lassen einen mitfiebern. Leider gelang es der Autorin an einigen kleinen Stellen nicht so gut wie an anderen und es war eher etwas flach und die Spannung nicht so groß, weil sich einiges einfach zu oft wiederholt hat, wie das  immerwährende Verschwinden von Erik. Stellen wie die kleine Geschichtsrunde, die ihr Großvater initiiert hat, fand ich jedoch dafür umso schöner und hätte ich gerne öfter gesehen. Sie sind spannend auf eine emotionale, fesselnde Art, nicht auf eine actionreiche Weise. Außerdem spielte natürlich auch die Liebe eine Rolle und man spürt das sanfte Knistern dieser an den Stellen immer sehr gut. Meiner Meinung nach hätte man davon sogar noch etwas mehr einbauen können.

Fazit:
Alles in allem war dies ein Fantasy-Roman, der eine neue und spannende Story liefert und sicher das Interesse aller weckt, die Mythologie und Sagen mögen und kein Problem damit haben, wenn sich die Protagonistin zumindest in einigen Teilen im Hintergrund hält. Die Story ist nicht perfekt, aber interessant, mystisch und etwas, was ich wirklich gerne gelesen habe.

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3,5/5
323 Seiten
ASIN: B07G9JF2SN
Verlag: books2read
Genre: Fantasy

E-Book: 5,99€

 

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