Höhenrauschsaison – Meredith Winter

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3,5/5
210 Seiten
ISBN: 978-3981872248
Verlag: Sommerburg Verlag
Genre: Ladythriller

„Der letzte Abschnitt bis zum Basecamp hat etwas Wüstenartiges an sich.
Wie ausgestorben scheint die Landschaft
allein aus Sand und Steinen zu bestehen. Methaphorisch ist sie jedoch ein exaktes Abbild
meines Gefühlszustandes
in den letzten drei Monaten.<<„

Broschiert: 9,99€
E-Book: 4,99€


Inhalt:

Clementine ist Ärztin, doch ist ihr Arbeitsplatz keine normale Klinik. Sie ist die medizinische Begleitung einer Gruppe Bergsteiger, die es sich zur Aufgab gemacht hat, den Mount Everest zu bezwingen. Eigentlich steckt sie damit schon bis zum Hals in Arbeit, doch natürlich bleibt dies nicht ihr einziges Problem. Immer wieder passieren Unfälle und seltsame Zwischenfälle. Außerdem verdreht ihr zusätzlich auch noch der Russe Alexeij, ein Teilnehmer der Bergsteigergruppe, den Kopf. Jedoch ist er nicht der, der er vorgibt zu sein, und seine wahren Absichten können sie das Leben kosten…

Meine Meinung:

Zu allererst ein ganz großes Dankeschön dafür, dass ich dieses Buch als Rezensionsexemplar erhalten durfte und für die Geduld, da mir immer wieder etwas dazwischen kam, sei es die Uni, der Urlaub oder das Praktikum, fast wie ein Fluch! 😀

Cover:
Die abgebildete Berglandschaft passt super zum Inhalt und gibt bereits einen Vorgeschmack darauf. Das leuchtende Orange, verleiht der Berglandschaft eine schöne Atmosphäre, in die man sich gerne einfühlt. Ich mag meist am aller liebsten eher dezentere Cover, weswegen ich dieses zwar immer noch gut, aber nicht total super finde.

Schreibstil:
Wie auch bei ihren letzten zwei Büchern hat mir auch bei diesem der Schreibstil der Autorin sehr gut gefallen. Es lässt sich einfach flüssig lesen, ist detailreich geschrieben, sodass man sich die Umgebung super bildlich vorstellen kann, und ich mag einfach die Art des Schreibstils, was für Worte, Metaphern etc. verwendet werden.

Charaktere:
Ich mochte die Charaktere ganz gerne. Vor allem, weil es auch hier wieder um eine starke Frau mit einem starken Beruf ging. Clementine ist intelligent, selbstbewusst und hat kein Problem damit, ihr Leben selbst in die Hand zu nehmen. Das einzige, was mich minimal gestört hat, war, wie schnell sie immer bei Alexeij einknickt. Es stand manchmal im harten Kontrast zu ihrer selbstbewussten Art.
Auch Alexeij mochte ich. Der nach außen hin harte Typ mit dem weichen Kern. Er hat vor allem an Anfang etwas Geheimnisvolles und ist Clementine mit seiner selbstbewussten Art eindeutig ebenbürtig. Auch bei ihm kam gegenüber Clementine seine weiche Seite zum Vorschein. Ich fand es zwar super, dass sie damit als die Person gezeigt wurde, bei der er sich fallen lassen konnte, doch es war für mich manchmal ein etwas zu starker Kontrast zu seinem alltäglichen Verhalten.

Story:
Am aller aller besten an dieser Geschichte war die Handlungskulisse des ganzen und die ungewöhnliche Story. Der Mount Everest als der Ort einer tödlichen Liebesgeschichte war einfach faszinierend. Ich selbst war noch nie bergsteigen, konnte mir das ganze aber super vorstellen.
Auch die Liebesgeschichte zwischen den Beiden fand ich echt schön. Sie verlief zwar recht schnell, aber wenn man bedenkt, dass die beiden sich bereits davor kannten und sie mehrere Tage ohne Abstand auf engstem Raum verbringen, dann ist das wirklich alles andere als unrealistisch, vor allem in Verbindung mit der Gefahr.
Der Thrilleraspekt hätte etwas ausgebaut werden können. Es gab viele Ansätze, die man hätte ausbauen können und bei denen ich mich total gefreut hätte, mehr darüber zu erfahren und Stellen, an denen ich noch gespannter weitergelesen hätte, wenn sie weitergesponnen worden wären. So war es eher seicht, aber dafür war es das perfekte Buch für Zwischendurch: spannend und nicht zu lang oder total kompliziert, manchmal nur etwas überstürzt, weil es wirklich Schlag auf Schlag ging.

Fazit:
Alles in allem eine außergewöhnliche Geschichte mit einer atemberaubenden Kulisse, die perfekt für Zwischendurch ist. Vor allem im Winterurlaub in den Bergen! An einigen Stellen wäre etwas mehr Tiefe und weitere Ausführungen schön gewesen und damit einhergehend Handlungen, die weniger Schlag auf Schlag geschehen, doch alles in allem kann ich das Buch empfehlen und gebe ihm 3,5 Sterne.

Blutpsalm – Meredith Winter

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„Nun hat diese Hure es auch noch geschafft, unseren Pastor zu verderben,
dachte das dunkle Etwas, dessen Umrisse von der Finsternis verschluckt wurden.
Das Kaminfeuer war inzwischen längst erloschen.
Zwei gezielte Stiche in die Brust und das Dorf wäre wieder reingewaschen von der Sünde,
überlegte die ungebetene Person im Stillen, ehe es das Messer betrachtete,
welches nach wie vor gänzlich mit Blut beschmiert war.“


Inhalt:

Pastor Jonathan lebt in der altmodischen und meist eher langweiligen Gemeinde Sommerburg. Die dort lebenden 800 Menschen kennen sich nicht nur alle, sie wissen auch alles übereinander – oder zumindest glauben sie das. Geheimnisse scheint keiner zu haben. Alle sind korrekt, anständig und religiös. Allen voran ihr Vorbild Pastor Jonathan, der in den Träumen vieler älterer Damen den Ehegatten ihrer Töchter darstellt. Doch der Pfarrer lebt enthaltsam, denn er glaubt an die wahre Liebe und die hat er in dem Städtchen noch nicht gefunden.
Als eines Tages der Bürgermeister tot mit einem Fleischermesser in der Brust im Schnee liegt, erschüttert dies die ganze Gemeinde. Und bei ihm hört es noch lange nicht auf. Weitere Morde und keine Spur, wer der Täter sein könnte. Der einzige Anhaltspunkt ist, dass die Morde irgendwie mit einer Prostituierten zusammen hängen. Mit der, in die sich ausgerechnet der Pastor Hals über Kopf verliebt hat. Offensichtlich gibt es in der kleinen Gemeinde doch deutlich mehr Geheimnisse, als alle zuzugeben bereit sind…

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Die Unfassbaren – Now You See Me

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„Je mehr Sie zu sehen glauben, desto einfacher ist es, Sie zu täuschen.“


Inhalt:

„Die Unfassbaren – Now You See Me“ ist ein US-amerikanisch-französischer Thriller aus dem Jahre 2013. Er handelt von vier Zauberern, dem Illusionisten Daniel Atlas (Jesse Eisenberg), der den Kopf der Gruppe darstellt, seiner ehemaligen Assistentin Henley Reeves (Isla Fisher), die sich nun selbst zu einer unglaublich erfolgreichen Illusionistin entwickelt hat, dem Mentalisten Meritt McKinney (Woody Harrelson), der mit wenigen Blicken alles über einen Menschen erfahren oder ihn hypnotisieren kann und dem Trickbetrüger und Taschendieb Jack Wilder (Dave Franco), der gleichzeitig das Küken der Gruppe ist.
Ursprünglich hat jeder von ihnen alleine Tricks vorgeführt, doch eine geheime Organisation, die sich „Das Auge“ nennt und die nur die besten Zauberer aufnimmt, führt die vier zusammen. Ein Jahr nach ihrer Zusammenführung treten sie gemeinsam in Las Vegas auf. Ihr größter Trick des Abends: Sie wollen mit einem „Teleporter“ eine Bank ausrauben. Am anderen Ende der Welt, in Paris. Als das Geld der Bank dann tatsächlich verschwindet und 3 Millionen Dollar von der Decke auf das Publikum der vier Zauberer, die sich mittlerweile „Die vier Reiter“ nennen, herabregnet, weiß keiner mehr, was nun Illusion und was Realität ist.
Der Trick lässt sie nicht nur innerhalb eines Tages weltberühmt werden, er ruft auch das FBI auf den Plan. FBI-Agent Dylan Rhodes (Mark Ruffalo), der anfangs nicht gerade viel Interesse an diesem Fall zeigt, ändert seine Meinung, nachdem er die Magier bei einem Verhör kennenlernt. Frech, selbstbewusst und sich der Tatsache bewusst, dass das FBI nichts gegen sie in der Hand hat, außer es würde daran glauben, dass echte Magie existiert, treiben sie den Agent in den Wahnsinn und wecken seinen Drang, das Geheimnis hinter der Illusion zu lüften. Doch die Reiter sind ihm immer nicht ein sondern zwei Schritte voraus und niemand kann mehr so recht sagen, was ist real und was nur eine von langer Hand geplante Illusion…

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Blood on Snow: Der Auftrag – Jo Nesbø

Blood on Snow

„Du… du hast dein ganzes Geld der Witwe eines Mannes gegeben,
der jemanden umbringen wollte?“


Inhalt:

Olav ist ein Killer und lebt im Jahre 1977. Seinem Beruf widmet er sein ganzes Leben, denn er hat und braucht nichts anderes. Laut ihm, kann er auch nichts anderes, wobei er in seinem Monolog nur illegale Berufe in Erwägung zieht. Der schwer durchschaubare Norwege arbeitet für Hoffmann, einen der zwei größten Drogenchefs von Norwegen, weshalb er eindeutig alles andere als schlecht verdient. Das scheint ihm jedoch nicht unbedingt wichtig zu sein. Allgemein ist nicht ganz sicher, was ihm wichtig ist, außer seinem Beruf.
Das ändert sich jedoch, als Olav den Auftrag bekommt Hoffmans Frau zu töten oder wie sie es nennen: zu „expedieren“. Der Grund ist ganz einfach: Untreue, weshalb alles ganz klar zu sein scheint, doch das ist es letztendlich ganz und gar nicht, denn der sonst in seinem Beruf fast unfehlbare Olav begeht einen großen Fehler: Er verliebt sich in Corina, die Frau seines Chefs…

Meine Meinung:

Natürlich ist auch dieses Buch wieder Teil der Winter-Read-Challenge und fällt unter die Kategorie: „Winterwonderland“ – Ein Buch mit einem winterlichen / weihnachtlichen Titel.
Weihnachtlich ist der Titel nun nicht, doch winterlich auf jeden Fall, genau wie der Inhalt, der komplett im Winter spielt.

Der norwegische Thriller ist mal etwas komplett Anderes für mich. Es beginnt schon damit, dass der Ich-Erzähler männlich ist, was ich bisher erst in sehr wenigen Bücher hatte, und endet mit der Tatsache, dass dieser Ich-Erzähler ein Killer mit zum Teil gestörter und durch seine Kindheit geprägter Psyche ist. Das Buch ist alleine dadurch, dass man sich eben nicht so leicht in Olav hineinversetzen kann, auf eine gewisse Weise anspruchsvoll und auch inhaltlich würde ich es eher älteren Lesern empfehlen, da immer wieder über irgendetwas philosophiert wird und Morde teilweise ziemlich genau beschrieben werden.
Olav ist eine interessante Persönlichkeit. Man ist sich vor allem am Anfang nicht ganz sicher, ob er jetzt Gefühllos oder einfach psychisch etwas angeknackst ist, da er zum Beispiel kurz nachdem er zwei tödliche Schüsse auf einen Mann abfeuert, über Schneeflocken philosophiert. Ein anderes Beispiel ist die Tatsache, dass er von Beruf regelmäßig Menschen umbringt, ohne mit der Wimper zu zucken, sich jedoch laut seinen eigenen Worten schnell verliebt und niemals Gewalt gegenüber einer Frau anwenden könne. Solche paradoxen Tatsachen tauchen immer wieder auf und machen das Buch und Olav eben so interessant.
Was mich jedoch am Meisten verstört hat, waren so manche Wendungen. Vor allem das Ende war irgendwie erwartet aber doch komplett unerwartet und ließ mich deshalb erst mal mit einem „Wie… Moment halt.. das war’s jetzt? Das muss ich aber verarbeiten.“-Gefühl zurück.
Dadurch, dass es  um die dunkle und illegale Seite Norwegens geht, weiß man nie, wem man jetzt trauen kann und wem nicht, weshalb man jedes Wort genau ließt und sich Gedanken macht: War das jetzt an Anzeichen dafür, dass er/sie ihn tot sehen möchte? Allgemein habe ich mir während des Lesens viele Gedanken gemacht, denn der Thriller ist eindeutig kein Buch, in das man sich einfach locker hineinfallen lassen kann, denn dafür ist schon Olavs Persönlichkeit zu komplex.
Mir gefiel der Schreibstil sehr, denn er passte perfekt zu Olav. Mal waren es kurze einfache Sätze, mal längere kompliziertere, die man womöglich zwei Mal lesen und über sie nachdenken musste. Manchmal kam auch einfach ganz plötzlich etwas total tiefgründiges, was mich stocken und denken ließ: „Mensch… er hat recht.“ („Manchmal sind gute Nachrichten in Wahrheit schlechte.“).
Obwohl das Buch keine 200 Seiten hat und damit deutlich kürzer ist als alles, was ich sonst lese, finde ich, es hätte auch nicht viel länger sein dürfen. Was mir jedoch gefehlt hat, war ein wenig mehr Klarheit über Olavs Psyche und sein Innenleben. Der Autor servierte uns die Information darüber oft nur häppchenweise und ich hätte gerne noch etwas mehr bekommen, denn obwohl Olav von sich selbst bereits auf den ersten Seiten behauptet, er wisse nicht viel, scheint er doch ein unglaubliches Gedächtnis zu haben und seine Persönlichkeit ist sowieso unergründlich, denn man erfährt immer wieder etwas Neues und hat das Gefühl, es ist doch nicht genug. Manchen gefällt es sicher, dass so viel verborgen und der Fantasie überlassen bleibt, doch mich hat es ein wenig gestört. Ich möchte nicht alles wissen, aber eben doch ein wenig mehr.
Weil dieses Buch so anders ist, als das, was ich sonst lese, war es nicht leicht es zu bewerten, denn es hat eine ganz andere Wirkung. Letztendlich habe ich mich jedoch entschieden ihm 4 von 5 Sternen zu geben. Erstens wegen meinem letzten Kritikpunkt und zweitens, weil ich glaube, dass Leute, die sich ungern Gedanken über den Inhalt eines Buches machen und sich lieber fallen lassen, ein wenig Probleme mit dem Buch haben würden. Sonst kann ich es jedoch nur empfehlen, denn es sind schließlich nicht viele Seiten und es ist auf jeden Fall interessant und mal was Neues.

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4 /5
187 Seiten
Verlag: ullstein

Broschiert: 12,99€
Kindle: 9,99€