Berühre mich. Nicht. – Laura Kneidl

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4,5 /5

459 Seiten
Titel: Berühre mich. Nicht.
Autorin: Laura Kneidl
Verlag: LYX
Genre: Roman, Young Adult

Broschiert: 12,90€
E-Book: 9,99€
ISBN: 978-3-7363-0527-4

– Werbung Ende –

„Meine Angstzustände glichen einer Partie russischem Roulette,
begleitet von dem Glauben, dass jeder Moment der letzte sein könnte.
Die Nerven waren zum Zerreißen gespannt.
Und immer, wenn man an der Reihe war
und den Abzug drückte, starb man innerlich,
nur um das Leben anschließend für ein paar Minuten erneut willkommen zu heißen,
wenn sich die Kugel nicht gelöst hatte
– bis man wieder am Zug war.
– S. 44/45


Inhalt:

Sage will einfach nur vergessen. Noch am Tag ihres 18. Geburtstags packt sie ihr Hab und Gut zusammen und zieht so weit von zuhause weg, wie es ihr möglich ist. In Nevada hofft sie, ein neues Leben beginnen zu können, doch auch, wenn diese Flucht eine Erleichterung ist, so kann sie ihren inneren Dämonen und den Schatten der Vergangenheit, die unheilvoll über ihr schweben, nicht entfliehen. Die lähmenden Erinnerungen holen sie immer wieder ein. Dazu kommen noch ihre Geldprobleme, denn das Studium ist teuer und sie hat kaum Geld, weshalb sie auch in ihrem alten Auto wohnt.

Nichtsdestotrotz kämpft Sage. Sie will studieren, sie will normal sein. In der Hoffnung, so zumindest einige ihrer Probleme zu lösen, bewirbt sie sich für den Job in der Uni-Bibliothek, den sie auch bekommt. Zu ihrem Leidwesen arbeitet sie nicht, wie erhofft, alleine im Lager, sondern mit Luca, der mit seiner muskulösen Statur, seinen Tattoos und den kühlen blauen Augen alles zu vertreten scheint, was ihr Inneres laut PANIK rufen lässt. Doch sie will sich nicht mehr davon beherrschen lassen! Sie muss lernen, mit Luca klar zu kommen und je mehr sie von ihm kennenlernt, desto klarer wird, dass das Äußere oft täuschen kann…

Meine Meinung:

Mir wurde dieses Buch immer wieder von Freunden empfohlen und ich bereue wirklich, dass ich nicht früher auf sie gehört habe! 😀

Cover:
Ich finde das wirklich total schön. Das blassrosa ist eine angenehme Farbe und durch die weißen Rauten auch nicht zu dominant. Die Blumen sind ebenfalls sehr schön. Viel über den Inhalt lässt sich durch dieses jedoch nicht erahnen.
Besonders gelungen finde ich hier den Titel. Der Punkt als stilistisches Mittel nach dem „mich“ ist super gewählt. Er erzählt viel über den Inhalt des Buches und dem Inneren der Protagonistin und drückt auf sehr simple Weise ihren Zwiespalt aus.

Schreibstil:
Laura Kneidl hat einen sehr guten Schreibstil. Der Roman ließ sich sehr angenehm und flüssig lesen, ohne dass man ins Stocken geriet. Auch die Emotionen kamen toll rüber. Man konnte sich wirklich gut in Sage hineinversetzen und sie und ihr verhalten verstehen und nachfühlen. Man hatte nie das Gefühl, dass zu viel beschrieben wurde oder es zu langatmig wurde, da es eigentlich immer interessant blieb.

Charaktere:
Was ich besonders toll an diesem Roman fand, war, wie ausführlich und vielschichtig die Nebencharaktere behandelt wurden. Die, von denen man mehr mitbekam, hatten ihre eigene Story und man hatte nicht das Gefühl, dass sie nur an den Protagonisten hängen und nur dafür da sind, die Hauptstory voranzutreiben. Das verlieh dem ganzen Roman mehr tiefe und Spannung. Ich hoffe sogar auf Spin-Offs!
Was die Protagonisten betrifft, so fand ich beide wirklich super. Am Anfang war es eine Herausforderung Sage Verhalten in bestimmten Situationen nachzuvollziehen, da man noch nicht weiß, worin es begründet ist, doch das ändert sich schnell. Ich mag es, dass sie so alles andere als perfekt ist. Sie erleidet Rückschläge, sie schafft nicht immer, was sie sich als Ziel setzt, doch sie macht weiter. Sie ist eine Protagonistin, die ich oft gerne einfach in den Arm genommen und ganz fest tröstend gedrückt hätte, weil ihr das Leben so schwer gemacht wird. Anderseits hatte sie trotz ihrer Probleme ihre ganz eigene Stärke, die ich bewundere. Sie ist eine wahre Kämpferin.
Bei Luca dachte ich zuerst, dass er der typische Young-Adult-Romane Bad Boy ist, doch ich muss sagen, dass ich mich da getäuscht habe. Abgesehen von seinem Frauenverschleiß, der auf seine Vergangenheit zurückzuführen ist, wegen der er keine tieferen Gefühle für eine Frau zulassen will, erfüllt er kein Bad-Boy Klischee. Er ist unglaublich geduldig und hilfsbereit Sage gegenüber, hat Hobbys, die man ihm nach dem ersten Eindruck nie zutrauen würde und versteckt hinter seiner verschlossenen Fassade einen spannenden Charakter. Ich hab mich eindeutig ein wenig in seine Art verguckt.

Story:
Die Story beschäftigt sich mit Misshandlung bzw Traumata in der Kindheit und Jugend, worüber ich in letzter Zeit öfter Romane gelesen habe, doch ich hatte trotzdem bis auf den Anfang an keiner Stelle das Gefühl, dass deshalb Langeweile aufkam, weil die Story trotzdem sehr viel Individuelles hat. Der Wechsel an dramatischen Hochs und Tiefs ist super abgestimmt, sodass es sowohl Stellen gibt, an denen man ein wenig aufatmen konnte, nur um dann noch dramatischer in das nächste Drama zu schlittern, dass einen an das Buch fesselt. Es war abwechslungsreich und meiner Meinung nach auch nichts zu dramatisch sondern genau richtig. Es ging um alltägliche Situationen, die für Sage jedoch eine Herausforderungen sind und es gibt Besonderheiten, die herausstechen. Insgesamt ist die Story voller Emotionen. Mitgefühl, Freude, Angst und Hoffnung, die sich abwechseln und die den Roman lebendig halten, mit einem fiesen Cliffhänger am Ende.

Fazit:
Mir hat das Buch wirklich sehr gut gefallen und ich habe eigentlich nichts zu bemängeln. Was genau bis zu den 5 Sternen gefehlt hat, kann ich nicht ganz genau sagen, möglicherweise war es die anfängliche Ähnlichkeit (vor allem im Klappentext) mit dem Roman „Begin Again“ von Mona Kasten, den ich direkt davor gelesen habe, weshalb mich das Buch „nur“ zu 96% und nicht zu 100% überzeugen konnte.

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Zeugenkussprogramm – Eva Völler

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„Mama sackte mit dem Rücken an der Tür zu Boden,
die Hand in die Seite gekrampft,
Blut unter ihren Fingern.
Ihre cremeweiße Jacke sah aus wie in rote Farbe getaucht.
>>Emily!<<, sagte Jonas mit erstickter Stimme. >>Lauf weg!<<„


Inhalt:

 

Emilys Leben ist wie das jeder anderen 17-jährigen auch. Sie verbring gerne Zeit mit ihrer besten Freundin und hat totalen Bammel vor dem anstehenden Abi, vor allem vor Mathe, denn das liegt ihr gar nicht. Zumindest läuft es so, bis sie eines Tages das Gefühl hat, verfolgt zu werden. Kurz darauf wird bei ihr zuhause eingebrochen und dabei sogar auf ihre Familie geschossen. Sie hat Jonas, den Freund ihrer Mutter, zwar von Anfang an nicht gemocht, doch dass er sich mit Leuten angelegt hatte, die bereit waren, über Leichen zu gehen, hätte sie sich niemals vorstellen können.

Jetzt liegen Jonas und ihre Mutter im Krankenhaus, doch die Verbrecher hält dies nicht auf. Sie wollen das, was angeblich ihnen gehört und bedrohen Emily weiter, obwohl sie keine Ahnung hat, was man eigentlich von ihr möchte. Zwar bekommt sie den Personenschützer Pascal zugeteilt, der sie beschützen soll und der zusätzlich auch wirklich gut aussieht, doch auch er kann sie und ihre Familie nicht komplett schützen, sodass das LKA den Entschluss fasst, dass es für sie nicht mehr sicher ist, zu bleiben. Sie kommen in ein Zeugenschutzprogramm. Neue Namen, neuer Wohnort und keinerlei Kontakt zum alten Leben. Emily ist genervt. Das kleine Dorf liegt irgendwo im Nirgendwo von Hessen, sie muss die Klasse wiederholen und zusätzlich meldet Pascal sich monatelang nicht, bis er plötzlich vor der Tür steht und der Familie eröffnet, dass er Emily dabei unterstützen soll, die Tarnung zu waren und nun mit ihr zur Schule geht. Dass ihr Herz immer schneller schlägt, wenn sie in ansieht, ist dabei nicht gerade von Vorteil. Das und die Verbrecher, die die Familie jederzeit aufspüren könnten, macht ihr emotionales Chaos perfekt…

Meine Meinung:

Cover:
Mir gefällt das Cover, weil es schlicht ist und zeitgleich zum Inhalt passt. Mir gefällt die rote Farbe, die dominiert und sowohl zur Liebe als auch für Blut und somit für den Krimi-Teil in der Geschichte passt. Die Schatten im hellen – hier Herz – Umriss unterstützen das ebenfalls nochmal.

Schreibstil:
Das Buch hat einen tollen Schreibstil. Es lässt sich gut und flüssig lesen, ohne dass man ins Stocken gerät. Es passt zum Inhalt und zum Alter der Protagonistin und hat die dargestellten Emotionen gut rüber gebracht, wenn auch für mich manchmal etwas zu dramatisch.

Charaktere:
Die Protagonistin Emily ist auf den ersten Blick eigentlich recht durchschnittlich, doch sie war mir trotzdem oder vielleicht auch gerade deswegen sympathisch. Hinter diesem ersten Eindruck steckt nämlich ein taffes und intelligentes Mädchen, das auch in einer solch schwierigen Situation wie der gegebenen versucht, sie selbst zu bleiben. Manchmal sind mir ihre Reaktionen etwas zu dramatisiert gewesen, doch da das Buch nicht mehr ganz meiner Altersempfehlung entspricht, war das etwas, was ich erwatet habe.
Pascal finde ich toll. Er hat dieses geheimnisvolle, was einen immer neugierig macht und ist gleichzeitig ein starker, charismatischer und offener und sympathischer Charakter, der auch mal emotional sein kann. Ich mochte seine Art sehr, da er weder der düstere, mystische Bad Boy, noch der emotionale Softy war, sondern etwas dazwischen. Manchmal hat er mich aber echt aufgeregt, wenn er wieder mal den Polizisten mit Schweigepflicht gespielt hat!
Meine beiden Lieblings-Nebencharaktere sind Emilys Großmutter und der Hund Lucky. Lucky ist einfach ein total süßer, treuer und lieber Hund, den man ins Herz schließen muss. Und Emilys Großmutter ist eine ziemliche Exzentrikerin, was sie so sympathisch macht. Sie nämlich Autorin und verlässt das Haus niemals ohne ihr Diktiergerät. So verpasst sie niemals, wenn die Muse sie überkommt und kann ihre Gedanken sofort festhalten.

Story:
Es ist der Autorin wirklich gut gelungen, die Spannung aufrecht zu erhalten. Ich wollte unbedingt wissen, wie es weiter geht und hab mitgefiebert. Finden die Verbrecher sie? Wer steckt mit ihnen unter einer Decke? Werden sie vorher doch noch geschnappt? Obwohl es Anspielungen auf all diese Fragen gibt und man Vermutungen anstellt, war zumindest bei mir die Auflösung am Ende anders, als ich es vermutet hätte, mit einigen doch überraschenden Wendungen.
Die Liebesgeschichte war wirklich süß und wie Emily immer wieder versucht hat, ihren eigenen Schwärmereien zu entkommen, hat oft für sehr witzige Situationen gesorgt. Manchmal war es meiner Meinung nach jedoch etwas ZU kindisch, selbst für die angegebene Altersgruppe hat mir da einfach etwas an Ernsthaftigkeit gefehlt und bestimmte emotionale Abläufe kamen mir zu plötzlich. Das hat der Tatsache, dass die beiden ein süßes Paar abgeben und dass man gespannt auf die Frage hinfiebert, ob sie denn endlich zusammenfinden, doch das Potential hätte besser ausgeschöpft werden können.

Fazit:
Der Auftakt der Kiss&Crime Reihe ist der Autorin auf jeden Fall gut gelungen und wirklich sehr spannend, witzig und süß, Ich konnte super den Kopf abschalten und in die Geschichte abtauchen, während ich darüber nachgedacht habe, wer gut ist und wer nur so tut und die süße Liebesgeschichte zwischen Emily und Pascal verfolgt habe. Da man noch etwas mehr hätte aus der Liebesgeschichte machen können, bekommt das Buch von mir 3 1/2 von 5 Sternen.

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3 1/2 /5
368 Seiten
Verlag: ONE
Gebundene Ausgabe: 14,99€
E-Book: 11,99€
ISBN: 978-3846600153

So was passiert nur Idioten. Wie uns. – Sabine Schoder

DSC_0036.JPG„>>Du willst eine Garantie?<<,
zischte er.
>>Es gibt keine Garantie im Leben, Viki.
Wir können die Abkürzung wählen,
und ich gehe den Weg mit dir,
wenn du möchtest.
Aber es gibt keine Gewähr dafür,
dass unsere Zukunft besser wird,
wenn wir uns für die bequeme Alternative entscheiden.<<„


Vorsicht! Dies ist der 2. Band zu „Liebe ist was für Idioten. Wie mich.“  und enthält somit Spoiler!

Inhalt:

Viki und Jay führen seit 3 Jahren eine glückliche Beziehung und scheinen auf Wolke sieben zu schweben. Die dunklen Wolken der Vergangenheit liegen hinter und eine wunderschöne gemeinsame Zukunft vor ihnen. Doch wie es meistens kommt, ist nun mal nicht alles so schön, wie es anfangs zu sein scheint und eine ernste Beziehung besteht nicht nur aus Regenbögen und Sonnenblumen. Immer mehr bekommt Viki das Gefühl, dass Jay etwas vor ihr verbirgt. Ihre Verzweiflung wächst dabei mit ihren Zweifeln um die Wette und die Beziehung, die eins so schön begann, droht in tausend Scherben zu zerbrechen. Werden sie diese noch retten können?

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Es duftet nach Sommer – Huntley Fitzpatrick

Natur„Mädchen reden zu viel“,
beklagte sich Peter auf dem Bildschirm.

„Findest du, Peter?
Vielleicht, weil Jungs nie was erklären“,
erwiderte ich.“
Wir müssen also reden,
weil die Jungs voll damit beschäftigt sind,
sich aufzuführen wie Idioten,
die uns mit Schweigen strafen.“


Inhalt:

Gwens Leben ist nicht leicht. Sie gehört zu den „Inselmenschen“ des Ortes. Die, die von den Touristen abhängig sind und sich den Sommer über mit mehreren miesen Jobs rumschlagen müssen, um im Winter genug Geld zu haben. So hat das Leben von Gwens Eltern immer ausgesehen und so läuft bisher auch ihr Leben ab, weshalb sie besseres anstrebt. Doch bis dahin – bis zum Schulabschluss – der es ihr ermöglicht zu fliehen, muss sie es überleben.
Nach einem Frühling voller Fehler hofft sie auf einen ruhigen Sommer ohne Überraschungen. Und vor allem: Ohne Cassidy Somers. Die erste große Liebe. Und der größte Fehler, den sie wohl jemals gemacht hat. Einfach arbeiten, so wie jeden Sommer und nicht an ihn denken. Cas. Einer der reichen Jungs vom Festland, die sicher niemals auf die Idee kommen würden, auf der Insel zu arbeiten. Zumindest ist Gwen davon überzeugt, bis sie den neuen Gartenboy der Insel sieht: ausgerechnet Cassidy. Die letzte Person, die sie sehen will wird zu der Person, der sie einfach jeden Tag begegnet und die Erinnerungen an vergangene Zeiten wachruft. Und an vergangene Gefühle.
Während Gwen sich Gedanken über das Leben, die Zukunft und darüber, was wirklich wichtig ist, macht, geht auch er ihr immer weniger aus dem Kopf, denn die Anziehung zwischen ihnen besteht eindeutig immer noch und Gwen ist sich sicher, dass sie dieser auf jeden Fall entfliehen muss. Doch je öfter sie auf Cassidy trifft desto mehr gerät dieser Entschluss ins Schwanken… Weiterlesen